Meine erste Woche

Bereits vor einer Woche bin ich im Karlsruher Children Center herzlich empfangen worden. Doch fange ich lieber mal von vorne an.

Vor ca. 3 Wochen bin ich am 24.11.17 zusammen mit meinen Eltern in Colombo gelandet. Nach ein paar Tagen des Ankommens ist meine Mutter in eine einwöchige Ayurvedakur nach Beruwela gefahren. Mein Vater und ich sind zu einer einwöchigen Rundreise durch Sri Lanka aufgebrochen. Zuerst fuhren wir in den Norden nach Anuradhapura und schauten uns eine Vielzahl von Buddhistischen Heiligtümern an. Darunter befanden sich auch die größte Stupa Sri Lankas mit über 100m Höhe, sowie die älteste. Weiter ging es mit dem Bus nach Dambulla. Nachdem uns eine wilde Affenfamilie beim Frühstück zugeschaut hatte, ging es zur Besteigung von Sigiriya oder auch Löwenfelsen genannt. Über Candy mit seinen Sehenswürdigkeiten erreichten wir Ella nach einer wunderschönen Zugfahrt durch die Berge. Dort trafen wir wieder mit meiner Mutter zusammen. Es ging weiter in den Yala-Nationalpark. Zum Schluss verbrachten wir noch ein paar Tage nahe Tangalle an einem tollen Strand. Schließlich kamen wir am Vormittag des 09.12.17 ins Karlsruher Children Center, mein Dreh und Angelpunkt für die nächsten 10 Wochen.

Sigiriya

Ella

Tangalle

Nach einer kurzen Begrüßung wurden wir mit Blumen ausgestattet und Nicolas und Gina (zwei Volontäre eines anderen, nah gelegenen buddhistischen Klosters) zeigten uns das Tempelgelände. Im Anschluss gab es im Rahmen einer Geburtstagsfeier, zu der wir überraschend gefahrenwurden,  einen Snack mit verschiedenen singhalesischen Kleinigkeiten, die es alle zu probieren galt. Gegen Nachmittag fuhren meine Eltern in ein Hotel nach Mirissa und auch ich bekam meine Unterkunft gezeigt. Von jetzt an wohne ich am Tempel zusammen mit Wipassi und den vier anderen jüngeren Mönchen. Das war für mich schon eine große Überraschung, da ich die ganze Zeit damit gerechnet hatte in einer Familie zu wohnen. Der restliche Tag bestand aus einer allabendlichen Ehrung Buddhas unter dem großen Bodhibaum des Tempels. Nach dem Abendessen ging es früh ins Bett, geschafft von all den neuen Eindrücken.

Der nächste Morgen begann um 6:00 Uhr früh. Nach einer Tasse Tee kehrte ich zusammen mit den Mönchen das Tempelgelände und bekam anschließend etwas zu frühstücken, ab jetzt ein fester Bestandteil meines Tagesablaufs. Heute hatten die Klassen 1-4 Prüfungen in dem Fach Buddhismus. Als erstes stand jedoch wieder eine Ehrung Buddhas zusammen mit den über 100 jungen Schülern und Schülerinnen auf dem Plan.

Am Montag machte ich zusammen mit meinen Eltern eine Whale-Watching-Tour bei Merissa. Neben einem Delfinschwarm gab es Schildkröten, fliegende Fische und als Highlight zwei riesige Blauwale zu bestaunen. Nach über sechs Stunden auf dem Boot, war es dann doch ganz schön wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Gegen Abend wurde ich überraschend zu einer Zeremonie  eingeladen. Diese sollte Nadun, der ebenfalls im Children Center aktiv war, einen guten Studienbeginn in Kandy bescheren. Der Hauptteil der Zeremonie bestand daraus, dass sowohl die Familie, als auch die drei Mönche mit einem weißen Faden verbunden wurden und dazu Gebete sprachen. Zum Schluss bekam ich dann noch einige Früchte von Naduns Familie geschenkt. Insgesamt eine sehr fremde, aber interessante Erfahrung.

Am Folgetag kamen nach der allmorgendlichen Routine meine Eltern nochmal zu Besuch, um sich von mir und all den anderen wie Rev. Wipassi zu verabschieden. Am Abend bekam ich eine sehr nett gemachte Einladung zum Konzert des Kindergartens, welches am darauffolgenden Tag stattfinden sollte.

Mit etwas Verzögerung begannen die zahlreichen kleinen Auftritte der 15 Kinder. Es gab immer wieder witzige Situationen, sodass eine heitere Stimmung sowohl bei den Zuschauern als auch auf der Bühne herrschte. Am Abend versuchte ich mich in meinen ersten spielerischen Lehrversuchen mit den beiden jüngsten Mönchen Sardha und Kashapa.

Einladung zum Konzert des Kindergartens.

Sardha und Kashapa

Der Donnerstag verlief recht ruhig. Den Vormittag verbrachte ich im Büro, wo ich dann auch meinen ersten Block anfing zu schreiben. Spontan nahm ich mein Mittagessen zusammen mit Nicolas und Gina sowie einem Engländer in Matara ein. Zurück im Children Center half ich zusammen mit den Sekretärinnen und Gayan das Bühnenbild für die große Zeremonie  am 23.12. vor zu bereiten.

Nach dem morgendlichen Fegen wurde mir dann doch recht spontan mitgeteilt, dass es für mich in 15 Minuten nach Colombo gehen würde. Zusammen mit Rev. Wipassi und dem Fahrer holten wir 250 Rucksäcke für einen Großteil der Schüler des Children Centers ab. Außerdem besuchten wir in Colombo einen Tempel, in dem wir etwas Verpflegung bekamen. Dort wurde ich auch eingeladen an einem der kommenden Wochenenden an einer Meditationseinheit teil zu nehmen – mal schauen, was daraus wird. Nach dieser netten Begegnung, ging es dann wieder zurück nach Matara. Direkt im Anschluss schnitt ich in der nun schon etwas vertrauten Gruppe und zusätzlich zwei Lehrerinnen  Stoffe für die Schüler zurecht. Danach besorgten wir noch zwei große Bambusstäbe, die wir für die als nächstes kommenden Zeremonien bereits am 17.12 brauchen würden. Bei dieser Zeremonie geht es um die „Dhamma school“, welche praktisch den Buddhismus lehrt, wie mir erklärt wurde.

Gayan, Visudhdhi und Buddhika beim Bambus holen.

Alles in allem kann ich auf eine sehr ereignisreiche Woche zurückblicken, in der ich, für eine so kurze Zeit, vieles erlebt habe. Ich muss zugeben, dass ich nicht im Geringsten damit gerechnet hatte, mit den Mönchen zusammen zu leben und ich war mir anfangs auch nicht sicher, wie ich das finden sollte. Nun kann ich aber sagen, dass das Unbekannte sehr spannend ist und alle sehr bemüht um mich sind, um es mir so angenehm wie möglich zu machen. So begleitet und versorgt mich Mönch Visudhdhi momentan viel, der ebenfalls 19 Jahre alt ist. Obwohl hier momentan eigentlich Ferien sind wird es die nächsten zwei Wochen einiges zu tun geben, wovon ich dann natürlich bald wieder berichten werde.

Bis dahin.

Euer Pablo

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4 Kommentare zu Meine erste Woche

  1. urseggervollmer@gmail.com sagt:

    Lieber Pablo
    Das hört sich doch gut an. Ein bisschen Buddhismus tut doch gut.
    Ich beneide dich. Was ganz anderes als der Kommerz in Europa
    Liebe Grüsse
    Urs

  2. Samuel Degen sagt:

    Danke.
    Super, weiter so.
    Gute Arbeit.

  3. Antje Scheerer sagt:

    Hallo Pablo,

    ich bin auch Mitglied bei Patenkinder Matura und verfolge deinen Blog mit Interesse. Ich fliege übermorgen nach Sri Lanka. Ich komme am Samstag, 6. Januar, 3 pm ins Children Center und besuche mein Patenkind Hashini. Vielleicht sehen wir uns ja dort.
    Schöne Grüße

  4. Pablo Füller sagt:

    Schön, dann werden wir uns vermutlich sehen.
    Gruß Pablo

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